Vor Ort durchgeführte Rückprallhammerprüfung an Beton
Technischer Leitfaden · Betonuntersuchungen

Rückprallhammer- und SonReb-Prüfung

Beton anhand indirekter und korrelierter Messungen bewerten.

Rückprallhammer und Ultraschall liefern unterschiedliche Informationen. Ihre Kombination kann die Interpretation verbessern, wenn die Korrelation für den jeweiligen Beton und die jeweilige Untersuchung konzipiert ist.

Was Rückprallhammerprüfung ist

Der Rückprallhammer erfasst den Rückprall einer federbelasteten Masse auf der Betonoberfläche. Der Rückprallwert hängt mit der Oberflächenreaktion und der Oberflächenhärte zusammen: Er ist nützlich, um homogene Bereiche zu vergleichen und Abweichungen festzustellen, stellt jedoch kein direktes Maß der Druckfestigkeit dar.

Das Ergebnis wird durch Oberflächenbedingungen, Feuchtigkeit, Ausrichtung, Karbonatisierung, Rauheit, Zuschlagstyp und lokale Bedingungen beeinflusst.

Reale Messtechnik für die Rückprallhammermessung an Beton
Rückprallhammermessung: Die Oberflächenreaktion muss im Kontext des untersuchten Bauteils interpretiert werden.

Was Ultraschall ergänzt

Die konventionelle Ultraschallmessung erfasst die Geschwindigkeit, mit der sich ein Impuls im Beton ausbreitet. Diese Reaktion trägt zur Bewertung von Kontinuität und Homogenität bei, wird jedoch durch Feuchtigkeit, Geometrie, Bewehrung, Ankopplung der Prüfköpfe und Materialeigenschaften beeinflusst.

Hier wird die Impulsausbreitungsgeschwindigkeit betrachtet, nicht die Puls-Echo-Tomographie, die Informationen zur inneren Konfiguration rekonstruiert.

Mehr über Ultraschall-Tomographie erfahren

Wie SonReb funktioniert

Rückprallhammer

Rückprallwert

Ultraschallprüfung

Ausbreitungsgeschwindigkeit

Fallspezifische KorrelationIndirekte Bewertung

SonReb liest zwei physikalisch unterschiedliche Parameter gemeinsam aus. Der Nutzen hängt von der Wahl und Validierung der Korrelation in Bezug auf den jeweiligen Beton ab: Es handelt sich weder um eine mechanische Umrechnung noch um ein universelles Maß für die charakteristische Festigkeit.

Wann es nützlich ist

  • Vorläufige Bewertung und Kartierung der Betonhomogenität
  • Vergleich zwischen Bereichen desselben Bauteils unter vergleichbaren Bedingungen
  • Identifizierung von Bereichen, die weiter untersucht werden müssen
  • Unterstützung umfassenderer diagnostischer Untersuchungen
  • Integration mit Bohrkernen und direkten Prüfungen, falls vom Projekt gefordert

Grenzen und Einflussfaktoren

Die Vergleichbarkeit der Daten erfordert Aufmerksamkeit hinsichtlich der Bedingungen des Bauteils, der Oberfläche und der Messung.

SonReb, GPR und Tomographie: unterschiedliche Informationen

Jede Technik beantwortet eine andere Frage. Eine Integration ist nur dann sinnvoll, wenn sie dem diagnostischen Projekt nützliche Informationen hinzufügt.

MethodeWesentliche Information
RückprallhammerprüfungOberflächenreaktion und relative Härte
UltraschallprüfungAusbreitung und Materialhomogenität
SonRebKorrelation zweier physikalisch unterschiedlicher Parameter
Strukturelles Georadar (GPR)Geometrie und innenliegende Elemente
Ultraschall-TomographieUnstetigkeiten und innere Konfiguration
Arbeitsmethode

Diagnostischer Ansatz von Novatest

Ausgangspunkt ist die benötigte Information, nicht eine vorgegebene Formel. Die Messungen werden gemeinsam konzipiert und ausgewertet, unter Berücksichtigung der Bedingungen des Bauteils und der Grenzen der Methoden.

  1. 01Festlegung des Ziels
  2. 02Koordinierte Erfassung
  3. 03Vergleich der Messungen
  4. 04Interpretation
  5. 05Mögliche weitergehende Untersuchungen

Technische Regelwerke

EN 12504-2
Prüfung von Beton in Bauwerken mit dem Rückprallhammer.

EN 12504-4
Bestimmung der Ultraschall-Laufzeitgeschwindigkeit in Beton.

EN 13791
Bewertung der Druckfestigkeit vor Ort: Indirekte Korrelationen müssen im Rahmen der Bewertung kontextualisiert werden.

Für Anforderungen und Anwendbarkeit sind die offiziellen Fassungen der für das Projekt relevanten Normen heranzuziehen.

Häufig gestellte Fragen

Was misst der Rückprallhammer?
Er misst einen Rückprallwert, der mit der Reaktion der Betonoberfläche zusammenhängt. Er misst nicht direkt die Druckfestigkeit.
Misst SonReb direkt die Festigkeit des Betons?
Nein. Es setzt Rückprallwert und Ultraschall-Laufzeitgeschwindigkeit über eine für den Beton und die Untersuchungsbedingungen geeignete Korrelation zueinander in Beziehung, um eine indirekte Bewertung zu ermöglichen. Es liefert nicht automatisch die charakteristische Festigkeit.
Warum Rückprallhammer und Ultraschall kombinieren?
Die beiden Messungen beschreiben unterschiedliche physikalische Reaktionen: Der Rückprall ist empfindlich gegenüber der Oberfläche, die Ultraschallgeschwindigkeit gegenüber der Ausbreitung im Material. Eine kombinierte Messung kann die Interpretation verbessern, wenn die Korrelation für den jeweiligen Fall konzipiert und validiert ist.
Welche Faktoren können die Messung beeinflussen?
Unter anderem: Oberflächenbeschaffenheit und Rauheit, Feuchtigkeit, Karbonatisierung, Betonalter, Zuschlagstyp, Prüfrichtung, Geometrie, Bewehrung und Ankopplung der Ultraschallprüfköpfe.
Wann sind direkte Prüfungen oder weitergehende Untersuchungen erforderlich?
Wenn das diagnostische Ziel eine Festigkeitsbewertung vor Ort erfordert oder wenn indirekte Messungen allein nicht ausreichen. Der Untersuchungsplan kann Bohrkerne und direkte Prüfungen vorsehen, um die Ergebnisse zu korrelieren oder zu überprüfen.

Müssen Sie die Homogenität oder die Eigenschaften Ihres Betons bewerten?

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