Hohlräume und Fehlstellen
Bereiche ohne Material oder mit einer Füllung, die sich vom umgebenden Beton unterscheidet.

Durch die Antwort von Ultraschallwellen in das Innere eines Bauwerks blicken.
Die Ultraschalltomografie analysiert die innere Struktur von Beton anhand der Reflexion elastischer Wellenimpulse und erzeugt B-scan-Schnittbilder sowie durch rasterförmige Datenerfassung dreidimensionale Darstellungen.
Die Ultraschalltomografie ist ein zerstörungsfreies Prüfverfahren auf Grundlage des Impuls-Echo-Prinzips: Das Bauteil wird mit kurzen elastischen Wellenimpulsen angeregt, und die vom Material reflektierte Antwort wird analysiert.
Reflexion entsteht dort, wo die Welle auf eine Änderung der Eigenschaften des Mediums trifft. Die Intensität der Antwort hängt vom akustischen Impedanzkontrast ab: Je größer der Unterschied zwischen dem Beton und dem angetroffenen Element, desto ausgeprägter ist die aufgezeichnete Reflexion.
Impulsaussendung
Kurze elastische Wellenimpulse werden erzeugt und breiten sich im Betonbauteil aus.
Reflexion
Der Impuls wird an Grenzflächen reflektiert, die die Kontinuität des Materials unterbrechen.
Akustischer Impedanzkontrast
Die Stärke der Reflexion hängt vom akustischen Impedanzkontrast zwischen dem Beton und dem angetroffenen Element oder der Diskontinuität ab.
Signalerfassung
Das reflektierte Signal wird mit den zugehörigen Laufzeiten und Amplituden erfasst und aufgezeichnet.
Verarbeitung der Antwort
Die erfassten Daten werden verarbeitet, um die Antwort des untersuchten Volumens darzustellen.

Der Informationsweg vom ausgesendeten Impuls bis zur dreidimensionalen Darstellung folgt einer bei der Untersuchungsplanung festgelegten Abfolge.
Ultraschallimpuls
Aussendung elastischer Wellen in das Material.
Reflexion
Antwort an akustischen Kontrasten.
Datenerfassung
Aufzeichnung des reflektierten Signals.
B-scan
Schnitt durch das untersuchte Volumen.
Rasterförmige Datenerfassung
Wiederholung auf einem festgelegten Raster.
3D-Rekonstruktion
Dreidimensionale Zusammenführung der Daten.
Bei dem in den Novatest-Untersuchungskampagnen dokumentierten System arbeitet eine Anordnung aus 12 Sensoren abwechselnd als Sender und Empfänger und erzeugt an jeder Position zahlreiche Schallwegkombinationen. Dieses Merkmal betrifft das konkret eingesetzte System und darf nicht als gemeinsame Eigenschaft aller Tomografiesysteme verstanden werden.
Die gewinnbaren Informationen hängen vom akustischen Kontrast zwischen den vorhandenen Elementen und dem Beton sowie von den Aufnahmebedingungen ab. Die Erkennbarkeit einer Anomalie kann daher nicht im Voraus vorausgesetzt werden.
Bereiche ohne Material oder mit einer Füllung, die sich vom umgebenden Beton unterscheidet.
Trennflächen, die eine erfassbare Reflexion erzeugen können.
Innere Veränderungen der Materialanordnung oder -dichte.
Trennungen zwischen Schichten oder zwischen Materialien mit unterschiedlichen Eigenschaften.
Bewehrung, Einbauteile und andere eingebettete Elemente mit hohem akustischem Kontrast.
Abweichungen von der erwarteten oder dokumentierten Geometrie des Bauteils.
Eine einzelne Aufnahme liefert einen Schnitt durch das untersuchte Volumen, den sogenannten B-scan. Durch wiederholte Aufnahmen auf einem festgelegten Raster lassen sich die Daten zu einer dreidimensionalen Darstellung des analysierten Bauteilbereichs zusammensetzen.

Einzelaufnahme
B-scan-Schnittbild: Die aufgezeichneten Reflexionen werden in Abhängigkeit von Position und Tiefe dargestellt und zeigen die Antwort des untersuchten Volumens.

Rasterförmige Datenerfassung
Dreidimensionale Rekonstruktion durch Zusammenführung aufeinanderfolgender Rasteraufnahmen zur Darstellung der inneren Anordnung des analysierten Bereichs.
In bestimmten dokumentierten Untersuchungskampagnen wurde Georadar zunächst eingesetzt, um die innere Geometrie des Bauteils zu rekonstruieren, Bewehrung und eingebettete Elemente zu lokalisieren und die anschließende tomografische Datenerfassung auf tatsächlich relevante Bereiche auszurichten.
Die beiden Verfahren liefern unterschiedliche Arten von Informationen: Ihre Kombination ist ein dokumentiertes Beispiel einer Untersuchungsstrategie, kein vorgeschriebenes Verfahren und keine in jedem Kontext anwendbare Abfolge.
GPR
Lage und Geometrie
Ultraschalltomografie
Vertiefte Untersuchung innerer Merkmale
Datenkorrelation
Integrierte Interpretation der erfassten Informationen
Bei Bauteilen mit Spannkabeln oder Spannlitzen kann die Ultraschalltomografie zur Analyse der inneren Anordnung beitragen, sofern die Untersuchung unter Berücksichtigung der Bauteileigenschaften geplant wird.
Die vorherige Beurteilung von Geometrie und Dicke des Bauteils, die Prüfung der vorhandenen Betondeckung und die Wahl der Beobachtungsrichtung beeinflussen die Qualität der gewinnbaren Informationen entscheidend.
Technischer Hinweis
Die Ultraschalltomografie ist ein diagnostisches Werkzeug: Die Ergebnisqualität hängt von der sachgerechten Untersuchungsplanung und der Dateninterpretation ab.
Im Jahr 2019 führte Novatest eine diagnostische Untersuchungskampagne am Viadukt Via Mario de Bernardi nahe dem Flughafen Fiumicino durch, um Informationen über die innere Anordnung der bestehenden Bauteile zu gewinnen.
Bei der Kampagne wurden Ultraschalltomografie, GPR und digitale Radiografie eingesetzt. Diese Seite konzentriert sich auf den Beitrag der Tomografie und ihren methodischen Zusammenhang mit Georadaruntersuchungen.
GPR lieferte vorläufige Informationen zur inneren Anordnung, während die Tomografie durch Ultraschallaufnahmen eine vertiefte Untersuchung der Bauteilantwort ermöglichte.
Entdecken Sie das vollständige Fallbeispiel zu Untersuchungen an Brücken und Viadukten:

Die beschriebenen Untersuchungskampagnen wurden mit dem Tomografiesystem A1040 MIRA durchgeführt. Die Messtechnik bleibt jedoch ein nachgeordnetes Element: Die Ergebnisqualität hängt von der Untersuchungsplanung und der fachlichen Interpretation der erfassten Daten ab.
Ultraschalltomografie kommt in Betracht, wenn Folgendes erforderlich ist:
Die Methode muss entsprechend dem diagnostischen Ziel, dem Bauwerk und den Einsatzbedingungen gewählt werden.
Die Wahl der Methode hängt vom Untersuchungsziel, der Bauteilgeometrie und den Einsatzbedingungen ab.